Unser Weg zur klimaneutralen Hochschule

Klimaschutz ist an der TH Mannheim eine Aufgabe, die den gesamten Hochschulbetrieb betrifft – von der Gebäudetechnik über die Mobilität der Studierenden und Mitarbeitenden bis hin zur täglichen Arbeit in Lehre und Verwaltung. Mit dem Integrierten Energie- und Klimaschutzkonzept (IEKK) schafft die TH Mannheim eine verbindliche Grundlage, um sich systematisch auf das Ziel einer netto-treibhausgasneutralen Landesverwaltung bis 2030 zuzubewegen, wie es das Klimaschutz- und Klimawandelanpassungsgesetz Baden-Württemberg (KlimaG BW) vorgibt, und orientiert sich darüber hinaus an den langfristigen Klimazielen des Bundes und der EU. Konkret plant die Hochschule, ihre direkt beeinflussbaren Emissionen (Scope 1–2) bis 2030 um 74 % und bis 2045 um 97 % gegenüber 2024 zu senken. Wie schnell die vollständige Treibhausgasneutralität erreicht werden kann, hängt dabei auch von Rahmenbedingungen außerhalb des direkten Einflussbereichs der Hochschule ab, etwa bei größeren baulichen Maßnahmen.

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Klimaschutz gelingt nur gemeinsam. Ob Idee für eine neue Maßnahme, Hinweis zu einem der sechs Handlungsfelder oder einfach eine Frage zum Konzept – wir freuen uns über jede Rückmeldung aus der Hochschulgemeinschaft. Ihre Anregungen fließen in die weitere Ausarbeitung der Maßnahmensteckbriefe ein und werden im Nachhaltigkeitsboard aufgegriffen, das die Umsetzung des Klimaschutzkonzepts begleitet. Ob Studierende, Lehrende oder Mitarbeitende in Verwaltung und Technik: Jede Perspektive hilft dabei, den Klimaschutz an der TH Mannheim praxisnah weiterzuentwickeln. Nehmen Sie Kontakt zum Klimaschutzmanagement auf:

M.Sc. Daniel Schneider 

Gebäude J, Raum 207
Telefon: +49 621 292-6702
d.schneider@th-mannheim.de

Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldung!

Das Konzept auf einen Blick

  • Ist-Analyse: strukturelle, bauliche und organisatorische Ausgangslage der Hochschule
  • Energie- und Treibhausgasbilanz: Bilanzjahr 2024 mit einem Endenergieverbrauch von 11,76 GWh und Treibhausgasemissionen von 7.857 t CO₂e (locationbased) beziehungsweise 5.569 t CO₂e (marketbased)
  • Potenzialanalyse: systematische Identifikation technischer, organisatorischer und verhaltensbezogener Minderungsmöglichkeiten
  • Szenarienanalyse: Entwicklungspfade der Treibhausgasemissionen bis 2030 und 2045
  • Klimaziele und Handlungsstrategie: verbindlicher Zielpfad mit Prioritäten und Zeitbezug
  • 49 Maßnahmenpakete in 6 Handlungsfeldern: Klima- & Energiemanagement, Liegenschaften & Energie, Mobilität, IT & Stoffströme, Sensibilisierung, Klimawandelanpassung
Downloads

Hier stehen das vollständige Klimaschutzkonzept und der zugehörige Maßnahmenkatalog zum Download bereit.

  • Klimaschutzkonzept (Teil A)

    PDF4 MB10.07.2026

    Vollständiges integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept der TH Mannheim, beschlossen vom Rektorat am 14.04.2026 (PDF)

  • Maßnahmenkatalog (Teil B)

    PDF2 MB10.07.2026

    49 Maßnahmenpakete mit Zielsetzung, Handlungsschritten, Kosten und Zuständigkeiten (PDF)

Treibhausgasbilanz 2024

Grundlage für die Ziele des IEKK ist die Treibhausgasbilanz für das Bilanzjahr 2024: Sie weist locationbased Emissionen von 7.857 t CO₂e aus, marketbased liegt der Wert bei 5.569 t CO₂e. Die Bilanz folgt der internationalen Systematik des GHG Protocol und unterscheidet drei Bereiche: Scope 1 umfasst direkte Emissionen aus eigenen Anlagen, etwa dem Fuhrpark, und macht mit 62 t CO₂e nur einen kleinen Anteil aus. Scope 2 bezieht sich auf eingekaufte Energie – vor allem Strom und Wärme – und liegt bei 3.232 t CO₂e. Den größten Anteil trägt Scope 3 mit 4.564 t CO₂e; darunter fallen vor- und nachgelagerte Emissionen wie Pendelverkehr, Dienstreisen oder Beschaffung.

Die meisten Emissionen entstehen in den Bereichen Liegenschaften & Energie (50,1 %) und Mobilität (48,0 %); IT & Stoffströme tragen mit 1,9 % nur einen kleinen Teil bei. Innerhalb der Mobilität ist der Pendelverkehr der mit Abstand größte Einzelposten: Er verursacht 3.417 t CO₂e und damit rund 91 % aller mobilitätsbedingten Emissionen.

Was diese Zahlen für die einzelnen Bereiche der Hochschule bedeuten und mit welchen Maßnahmen sie sich senken lassen, zeigen die Handlungsfelder im Überblick weiter unten.

Die Handlungsfelder im Überblick

Bevor Maßnahmen wirken können, braucht es die richtigen Strukturen dafür – genau hier setzt dieses Handlungsfeld an. Es schafft mit einer strukturellen Verankerung des Klimaschutzmanagements, einem neuen Energiemanagementsystem und einem kontinuierlichen Monitoring die organisatorische Basis, auf der alle anderen Handlungsfelder aufbauen. Auch wenn diese Maßnahmen selbst kaum Emissionen einsparen, sichern sie die Steuerung, Priorisierung und Erfolgskontrolle der gesamten Klimaschutzarbeit an der Hochschule.

Der Gebäudebetrieb ist der größte Einzelposten in der Klimabilanz der TH Mannheim – und damit auch der Bereich mit dem größten Umsetzungsvolumen im Konzept. Von der Betriebsoptimierung der Heizungs-, Lüftungs- und Kälteanlagen über den hydraulischen Abgleich bis zu energetischen Sanierungen einzelner Gebäude reicht das Spektrum der insgesamt 19 Maßnahmenpakete. Ergänzt wird dies durch den Ausbau der Photovoltaik-Flächen und eine gesteigerte Flächeneffizienz, mit der sich der Energiebedarf dauerhaft senken lässt.

Der Weg zur Hochschule und zurück ist der größte einzelne Emissionstreiber im Mobilitätsbereich: Der Pendelverkehr verursacht über 90 Prozent der mobilitätsbedingten Emissionen. Die TH Mannheim setzt deshalb auf eine fahrradfreundliche Hochschule mit besserer Infrastruktur sowie eine appgestützte Mitfahrplattform, die Fahrgemeinschaften erleichtert. Hinzu kommen der Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge, die weitere Elektrifizierung des hochschuleigenen Fuhrparks und eine neue, klimabewusste Reiserichtlinie.

Digitale Infrastruktur, Beschaffung und der Umgang mit Ressourcen prägen den Alltag an der Hochschule oft unbemerkt – und bieten gerade deshalb viel Potenzial. Eine Green-IT-Strategie senkt den Energieverbrauch der IT-Systeme, während Nachhaltigkeitskriterien in der Beschaffung und eine verstärkte Nutzung von Rahmenverträgen Ressourcen schonen. Weitere Maßnahmen verbessern die Abfalltrennung, reduzieren den Wasserverbrauch im Sanitärbereich und digitalisieren Prozesse, die bislang noch papierbasiert ablaufen.

Klimaschutz gelingt nur gemeinsam – deshalb macht die TH Mannheim das Thema im Hochschulalltag sichtbar und lädt zum Mitmachen ein. Sensibilisierungs- und Aktivierungsformate sprechen Studierende, Lehrende und Mitarbeitende gleichermaßen an, während die Themen Lehre & Qualifikation sowie praxisorientiertes Lernen Klimaschutz fest in Studieninhalte integrieren. Mit Green-Office-Projekten entstehen zusätzliche Räume für eigene Initiativen aus der Hochschulgemeinschaft.

Neben der Vermeidung von Emissionen muss sich der Campus auch auf die bereits spürbaren Folgen des Klimawandels einstellen. Sommerlicher Wärmeschutz, mehr Campusbegrünung und Maßnahmen gegen Starkregen erhöhen die Widerstandsfähigkeit der Gebäude und Freiflächen. Eine systematische Klimarisikoanalyse und ein Monitoring des Mikroklimas schaffen zudem die Datengrundlage, um künftige Anpassungsmaßnahmen gezielt zu planen.

Wie das Konzept entstanden ist

Das integrierte Energie- und Klimaschutzkonzept wurde nicht am Schreibtisch allein entwickelt, sondern gemeinsam mit der Hochschulgemeinschaft erarbeitet. Im Dezember 2025 diskutierten rund 40 Vertreter:innen aus Rektorat, Professorenschaft, Mitarbeiter- und Studierendenschaft in einem hochschulweiten Workshop zentrale Handlungsfelder und priorisierten gemeinsam Maßnahmenideen. Im Sommer 2025 lieferte zudem eine Mobilitätsumfrage mit 673 Teilnehmenden wichtige Erkenntnisse zu Pendelverhalten und Verbesserungsbedarfen, begleitet von einer Mobilitätswoche mit Fahrradcheck, Helm- und Schlossberatung sowie offenen Austauschformaten. Auch Studierende brachten sich über Abschlussarbeiten zu Themen wie Gebäudeenergie oder Abfallmanagement aktiv ein. Wer sich weiterhin einbringen möchte, kann dies gerne über den Kontakt an das Klimaschutzmanagement tun. 

Monitoring und nächste Schritte

Die Umsetzung des Konzepts wird kontinuierlich begleitet: Ein strategisches Controlling gleicht jährlich den Energie- und Emissionsverlauf mit dem definierten Zielpfad ab, während ein operatives Maßnahmencontrolling den Fortschritt jedes einzelnen Maßnahmenpakets in einem zentralen Maßnahmenregister dokumentiert. Die Ergebnisse fließen in einen jährlichen Monitoring-Bericht ein und werden dem Rektorat sowie den zuständigen Gremien als Entscheidungsgrundlage vorgelegt. Ab Dezember 2026 ist eine dreijährige Anschlussförderung des Klimaschutzmanagements vorgesehen, damit Monitoring, Bilanzfortschreibung und Maßnahmenumsetzung dauerhaft abgesichert sind. Wesentliche Kennzahlen zur Emissionsentwicklung werden zudem regelmäßig auf dieser Seite veröffentlicht.

Projektdaten

  • Projekttitel: Erstellung eines integrierten Energie- und Klimaschutzkonzepts für die Technische Hochschule Mannheim
  • Laufzeit: 15.11.2024 – 14.11.2026
  • Förderung: gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages
  • Förderkennzeichen: 67K24069
  • Status: Das Klimaschutzkonzept wurde am 14.04.2026 vom Rektorat der TH Mannheim beschlossen